Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – aber was will es uns sagen? Dieser Frage gehen wir zusammen mit Prof. Dr. Wibke Weber auf den Grund. Sie erklärt uns, wie man anhand der ikonografischen Kontextanalyse, die Botschaft der Bilder entschlüsselt.

Ikonografie und Ikonologie erforschen Bildinhalte. Die Methoden sind in der Kunstgeschichte längst üblich, im Internet werden den Gesetzen der Bildgestaltung jedoch noch viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Wie stark die Bilder im Prozess der Bildkommunikation beeinflusst werden geht in einer ikonologischen Kontextanalyse hervor.

Die beteiligten Akteure wie Berater, Strategen, Abgebildete, Bildproduzenten, Medienbetriebe und der Bildrezipient selektieren, interpretieren, reduzieren, konstruieren die zu untersuchenden Inhalte. BeobachterIn erster Ordnung wie der Fotograf treffen eine Vorentscheidung, die der Rezipient als Beobachter zweiter Ordnung zu sehen bekommt.

Wahrnehmung und Verständnis von Bildern ist stark abhängig vom gesellschaftlichen und sozialen Kontext. Zentrale zeitliche und räumliche Faktoren sind hierbei nach Thomas Knieper vor allem der Kulturkreis, der Präsentationskontext, das Vorwissen der Rezipienten, die Wahrnehmungssituation, der Umbildcharakter der Abbildung sowie deren historischer Kontext. Diese Faktoren sind daher unbedingt bei einer Bildanalyse zu berücksichtigen.

Ikonologische Kontextanalyse in drei Stufen

Für die Analyse von Medienbildern eignet sich dabei insbesondere die dreistufige Ikonologische KontextanalyseIkonologische Kontextanalyse

Hierbei wird zunächst eine ikonographische Identifikation der formalen und inhaltlichen Bildmerkmale durchgeführt. Im Rahmen der darauffolgenden ikonographische Interpretation wird die Bildbedeutung und Intention des Urhebers analysiert. Abschließend erfolgt die ikonologische Interpretation. In dieser Phase widmet sich der/die ForscherIn der tieferen, verdeckten Bedeutung der bildlichen Darstellung. vor allem der mediale Kommunikationsprozess (Produktions- und Rezeptionsprozess) und Kovariablen wie Wirkungsintentionen sowie der kulturelle und historische Kontext berücksichtigt. (vgl. Knieper, 2005)

Ikonologische Kontextanalyse in der Praxis

Natürlich haben wir das Wissen, das uns Wibke vermittelt hat, gleich auf ein praktisches Beispiel angewendet:

66.457

Aufgabe war es, das obige Bild der ÖBB zu interpretieren. Na, wie fällt dein Urteil aus – ist das Foto für die Werbekampagne „railaxed“ gelungen, oder eher nicht?

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