Im Sommer hieß es dann wieder: Projektarbeit schreiben. Und der Sommer war ein echt heißer Sommer! Wer erinnert sich nicht an die wochenlange Hitzewelle?! Es half nichts, rund 30 Seiten mussten gefüllt werden.


Im zweiten Semester hatten wir die Aufgabe, die während des Semesters gelernten und in praktischen Übungen angewandten Methoden anzuwenden. Im meinen Fall hieß dies, Usability-Tests (die Gebrauchstauglichkeit einer Software oder Hardware mit den potenziellen Benutzern zu überprüfen) durchführen. Genauer gesagt hieß meine Aufgabenstellung: „Vom Intranet zum Social Intranet: Der Einsatz von Usability-Tests zur Unterstützung der Entscheidungsfindung bei einer Privatbank“.

Nachdem die Genehmigung vom Betriebsrat und der HR-Abteilung eingeholt war, konnte es losgehen. Mit sechs Test-Usern, Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen, untersuchte ich das zurzeit vorhandene Intranet. Alle User bekamen acht Szenarien, die sie zu lösen hatten. Zum Beispiel musste der Pfad zur Gesamthauspräsentation aufgezeigt werden.

Wünsch dir was…

Die Mausbewegungen wurden aufgezeichnet und jeder Teilnehmer/-in aufgefordert, nach der Thinking-Aloud-Methode zu erklären, warum dieser Pfad gewählt worden ist, was schwierig war und was nicht. Außerdem konnte man sich in Interviewform allgemein zum Intranet äußern. Was ist gut? Was ist schlecht? Was wünsche ich mir für ein neues Intranet? Ebenfalls in Form eines Interviews gab es Fragen zum ersten Tool im Unternehmen, dem internen Blog, was einen interaktiven Austausch der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, erlaubte.

In der letzten Runde erhielten die User Screenshots von so genannten Social Intranets. In Form eines Interviews konnte so abgefragt werden, wie eine solche Art des Intranets bei den Kolleginnen und Kollegen ankommt und ob sie sich so eine Kommunikationsplattform für das Haus vorstellen können.

Zusammenarbeit Konzept deutsch

Kollaboration: Das Intranet der Zukunft. Foto: Fotolia.com – Trueffelpix

 

Die Ergebnisse sind dabei nicht als Handlungsanweisungen zu verstehen, sondern als Hinweise oder Empfehlungen, die aufgrund der Usability-Tests aufgefallen sind. Dies soll dabei unterstützen, bekannte Probleme schon im Vorfeld zu lösen sowie aus den Erfahrungen der Vergangenheit – wie z.B. bei der Einführung des Blogs – zu lernen.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Aus Gründen der Anonymität und der Vertraulichkeit, gibt es an dieser Stelle nur eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse, ohne ins Detail zu gehen bzw. die Auswertung öffentlich zu machen.

Als alles entscheidendes Ergebnis ist bei der Untersuchung herausgekommen, dass das Intranet in der momentanen Form keine Zukunft mehr hat. Verbesserungen und Umstrukturierungen bzw. eine Übernahme von Elementen bzw. Strukturen wären zu aufwändig. Es empfiehlt sich ein kompletter Neuanfang. Ebenfalls wichtig wäre es, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frühzeitig eingebunden und informiert werden.

Wichtig für die Akzeptanz und erfolgreiche Umsetzung eines Social Intranets sowie die Überzeugung der Nutzer, diese Technik aktiv nutzen, wäre es, so genannte „digitale Leuchttürme“ zu haben, d.h. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die freiwillig eine Vorreiter rollen einnehmen und als gutes „digitales Beispiel“ vorangehen.

Welche Form des Intranets in den nächsten Jahren dann letztendlich implementiert wird, bleibt abzuwarten.

Der Sommer hat für mich dann doch irgendwie bis Ende Oktober gedauert. Dann hieß es: erfolgreich abgegeben!

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